Andacht

Für Sie persönlich!

 

 

Liebe Gemeinde!

In der Vorweihnachtszeit wird ja alljährlich das Klagelied über den überbordenden „Geschenkestress“ intoniert. Immer wieder taucht die Frage auf, ob das denn alles nötig sei. So manch einer empfindet es als lästige Verpflichtung, alle möglichen lieben Menschen mit Geschenken zu erfreuen. Die Geschichte eines Polizisten, die er am Heiligen Abend erlebt hat, lässt uns aber in dieser HinsichtPfarrer Croner sehr nachdenklich werden: Auf der Polizeiwache ist es ruhig. Aber gegen 20 Uhr kommt der Anruf eines Nachbarn: „Der alte Huber steht wieder auf der Straße, brüllt sinnlos umher und stört den weihnachtlichen Frieden!“ – Wir fuhren hin und gingen auf den alten, nicht mehr ganz bei Verstand wirkenden Feldwebel zu, der militärische Kommandos über die Straße schrie. Man redete auf ihn beschwichtigend und beruhigend ein – auch in einem strengeren Ton – und bewog ihn, wieder in sein Haus zurückzukehren. Wir ahnten aber, dass der Friede damit noch nicht gesichert war. Und richtig: Kaum waren wir zurück, da klingelte das Telefon wieder: „Bitte kommen Sie noch einmal, jetzt schreit er noch wilder und lauter!“ Wir steckten daraufhin unsere Köpfe zusammen und hatten dann eine ganz und gar unkonventionelle Idee: Wir packten Plätzchen, Lebkuchen und eine Flasche Glühwein zu einem Paket zusammen. Kaum sah er uns kommen, rastete er wieder aus: Aber wir gingen lächelnd auf ihn zu, überreichten ihm das Päckchen und sagten: „Wir sind noch einmal zurückgekommen, um Ihnen frohe Weihnachten zu wünschen und ein gutes neues Jahr.“ Die Reaktion bleibt uns unvergesslich: Er stammelte: „Was, was – für mich?“ Dabei traten Tränen in sein strahlendes Gesicht. Und langsam ging er glücklich in sein Haus zurück. Wir haben nie mehr etwas von dem alten Huber gehört. Vielleicht ist er schon gestorben – oder die Nachbarn versorgen ihn jetzt mit Plätzchen… In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen ein frohes und gesegnetes Fest anlässlich der Geburt unseres Heilands!

 

 Ihr Pfarrer Elmar Croner