Andacht

Für Sie persönlich!

 

Pfarrer Feldhäuser

Meine erste Pfarrstelle bildeten zwei evangelische Kirchdörfer auf dem mittelfränkischen Land. Sie liegen in idyllischer Lage auf bzw. neben der Frankenalb. Die damals meist noch landwirtschaftlichen Anwesen hatten schöne „Bauerngärten“ vor dem Haus und oft auch größere Grünflächen hinter dem Haus. Allerdings sah ich selbst am Sonntag kaum jemand im Garten sitzen oder liegen.

Aus der Stadt kommend, wunderte ich mich sehr über die Tatsache, dass ich nur „arbeitende“ Menschen in ihren Gärten sah. Dann wurde ich jedoch darüber aufgeklärt: Jüngere Gemeindeglieder erzählten mir, dass es sich keiner traut, untätig im Garten zu sitzen, weil der Nachbar das ja sehen und ihm eventuell Trägheit und Müßiggang unterstellen könnte. Ich nehme an, dass sich diese Ansichten schon langsam ändern und das Innehalten und Ausruhen mehr Akzeptanz finden. Aber diese althergebrachte Angst wirft doch ein Schlaglicht auf ein Werteverständnis, das Mühe und Arbeit als eine ganz hohe Tugend betrachtet.

Die heilige Schrift sieht das durchaus anders: Schon in der Schöpfungsgeschichte wird uns ja bekanntlich mitgeteilt, dass Gott sich am „7. Tage“ ausruhte. Und im Hebräerbrief heißt es: „Denn wer zu Gottes Ruhe gekommen ist, der ruht auch von seinen Werken, so wie Gott von den seinen.“

„Zu Gottes Ruhe kommen“ - das bedeutet: Abstand zu nehmen vom alltäglichen Einerlei, von den vielen Kleinigkeiten, die uns schnell belasten und doch unwichtig sind. Ob wir mitbekommen haben, dass jemand schlecht über uns geredet hat, oder dass die pubertierenden Kinder auf Nebensächlichkeiten herumreiten und einem das Leben vorübergehend etwas schwerer machen, oder dass der Nachbar einfach ein unsympathischer Mensch ist - all das verursacht Ärger, gehört aber nicht zu den wesentlichen Dingen unseres Daseins.

Viel entscheidender ist es, sich „Auszeiten“ zu gönnen - für sich selbst und für Gott. Sich immer mal wieder darauf besinnen, was unser Leben wirklich reich macht, und worauf es ankommt. In eine offene Kirche gehen und ganz für sich mit Gott ins Gespräch treten oder einmal in aller Ruhe an einem ruhigen Platz mitten in der Natur verharren, sind nur zwei Möglichkeiten unter vielen. Wir sind von unserem Schöpfer reich beschenkt worden - trotz aller Sorgen, die uns manchmal zu schaffen machen, und zu diesen Geschenken gehören auch das Innehalten, das Ausspannen und die Erholung. Eine angenehme und besinnliche Zeit im August wünscht Ihnen

 Ihr Pfarrer Elmar Croner